Pietsch ist es gelungen, das Publikum auf eine Reise in unvorstellbare Tiefen mitzunehmen. Was zunächst amüsant beginnt, wird immer wilder und unwegsamer. Der Zuschauer gerät in einen Urwald der Abscheulichkeiten, wobei es immer dann noch eine Steigerung gibt, wenn man denkt, es könne keine mehr geben. Es wird bis an den Rand des Erträglichen gegangen. Allerdings auf einem sehr hohen künstlerischen Niveau. ( Volksstimme )
Pietsch hat Schillers Sturm-und- Drang-Drama genau gelesen und ihm einen eigenen Rhythmus gegeben. Ge- strafft, gerafft auf gut zweieinhalb Stunden schält diese Produktion den Kern des Schullektüre-Klassikers he- raus, lädt das Drama mit Hochspannung auf und ringt ihm, dem Vielge- spielten und Altbekannten, überraschend starke Emotionen ab. Das Mit- leid, das Schiller so wichtig war – in diesen „Räubern“ ist es zu spüren. Trotz aller Wucht und Zerstörungswut des Räuber-Prekariats, die anfangs durch die Szene peitscht.
Allerdings ist Pietsch großherziger als der junge Dramatiker. Er hat auch Mitgefühl mit Franz, dem Zweitgeborenen und ewig Zukurzgekommenen, dem die Fürsorge des Vater genauso fehlt wie die schöne Gestalt des Bruders.Man kann diese „ Räuber“ als Franzens Drama sehen, als Widerspiegelung und zugleich Widerspruch zu Franzens negativem Menschenbild, das er in seinem finster grandiosen Morast-Monolog skizziert.
Am Ende: Franz (Christian Mark) sieht sich vor dem letzten Gericht.
Pietsch schreitet mit seiner Insze- nierung den „morastigen Zirkel der menschlichen Bestimmung“ aus. Im ersten Bild erhebt sich Franz (Christian Mark) aus einem Haufen zuckender Leiber, steigt aus diesem Gewürm der Weltläufe und treibt eine Weile sein elendes Spiel und versinkt zuletzt wieder mitsamt seiner Familie und allen anderen im Menschen-Moor, zu dem sich das Ensemble noch einmal zusammengeklumpt hat. Währenddessen simmert leise Musik im Untergrund und die Dramenworte sind nur noch als körperlose Stimmen aus den Lautsprechern zu vernehmen. Ein starkes Bild.
Der Mensch – nur Morast? So nihilistisch ist Schillers Drama nicht. Und Pietsch meißelt eben
das in leuchtender Intensität heraus. Unterlegt mit Musik schafft er Momente, in denen die Zeit anhält und Utopien aufscheinen, in denen die Weichen gestellt werden könnten, um aus dem morastigen Zirkel auszuscheren.
„Die Liebe, zumindest die erste, ist eine Berg-und-Tal-Bahn der Gefühle. Das zeigt die deutsche Autorin Eva Rottmann eindrücklich in ihrem neusten Stück „Blauer als sonst“. Die Uraufführung fand am Mittwoch in der Matchbox des Zürcher Schiffbaus statt. Alles an diesem Abend ist ein Glücksfall. Der einfühlsame und witzige, sprachlich junge, aber nie anbiedernde Text der 1983 geborenen Eva Rottmann, die vier tollen Schauspielerinnen und Schauspieler, Steffen Pietschs tempostarke Regie, der Soundteppich von Nicolas Dauwalder – und das Bühnenbild von Anne Weiler. Sie hat eine Berg-und-Tal-Bahn in die Matchbox gebaut: einen Streifen stilisierte Wiese, die schneckenförmig beginnt, sich wellt und schliesslich hochschiesst zu einer gewaltigen Halfpipe, will heissen: in den siebten Himmel." sda
„„Blauer als sonst“ besticht durch das Fehlen von Klischees sowie einen raffinierten Aufbau. Da ist einmal das junge Paar (Fabian Müller, Anna-Katharina Diener), das die erste Liebe erlebt und dabei nach einem eigenen Weg der Annäherung sucht – nicht zuletzt auch, was das Tempo angeht: keine leichte Aufgabe in einer übersexualisierten Gesellschaft. (…) Steffen Pietsch hat mit seinen kurzen, nahtlos verbundenen Szenen temporeich inszeniert. Auf einer in Blautönen gemusterten Bahn, die sich der Länge nach durch die Schiffbau-Matchbox zieht und mit ihren Wellen an eine BMX-Strecke erinnert (Bühne: Anne Weiler), kommen die Schauspieler ins Schwitzen. (…)" Neue Zürcher Zeitung
BEZAHLT WIRD NICHT
Regisseur Steffen Pietsch gelingt mit seinem Team ein Feuerwerk an Situationskomik, das trotz der politischen Substanz an keiner Stelle den Zeigefinger hebt. Sächsische Zeitung
Das sind die Mittel der traditionellen Komödie, und der Regisseur Steffen Pietsch brennt in gut zwei Stunden, die wie in einem schnellen Atemzug vergehen, ein beachtliches Feuerwerk des Komischen ab... das zudem ganz überraschend endet. Döbelner Allgemeine
SECHZEHN VERLETZTE
Sensibel in Szene gesetzt zeigt "Sechzehn Verletzte" die Chance auf Versöhnung wie auch die Schwierigkeit des Ausbrechens aus der eigenen Rolle auf. Viel Applaus für diese intensive Inszenierung. Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag
ICH, GRETE BEIER, MÖRDERIN
"Julia Klawonn spielt die historische Figur gerade in ihrer Widersprüchlichkeit schlüssig und Sympathie weckend, fernab kitschiger Anfälle, das Recht auf ein Ich und den Irrtum einklagend."
Theater der Zeit, Oktober 2008
DIE FEUERZANGENBOWLE
Man kennt sich. Man mag sich. Und das Publikum darf sich trotzdem überraschen lassen. Das Schöne und Augenfällige an der Inszenierung von Steffen Pietsch ist, das er dem Klassiker von Heinrich Spoerl aus dem Jahre 1933 wenig genommen, aber viel hinzugefügt hat. Die Figuren sind so gut geführt, dass trotz visuell Bekanntem die eigene Regiearbeit sichtbar wird.
Kieler Nachrichten
DEM HERZ DIE ARBEIT, DEN HÄNDEN DIE LIEBE
Steffen Pietsch hat mit seinen fünf Akteuren intensiv gearbeitet und verzichtet auf grelle Einkaufs-Mall-Bilder und Sexarbeit auf dem Schreibtisch.
Ein Abend über Arbeits- und Lieblosigkeit, ohne vordergründig Verliererschicksale auf die Bühne zu bringen, ein ernstes Thema, das die Regie ironisch auf die Spitze treibt!
Mitteldeutsche Zeitung
FEUERHERZ-DIE NEUESTEN LEIDEN DES JUNGEN W.
Regisseur Steffen Pietsch inszeniert scharf umrissene, schauspielerisch intensive und spielerisch auch komische Szenen. Es ist eine der spannendsten Inszenierungen der letzten Zeit in Senftenberg, mit einem beeindruckenden und homogenen Ensemble!
Elbe-Elster-Rundschau
Sentimentalitäten löst Steffen Pietsch in Situationskomik auf. Seine dominierend heitere
Erzählweise empfindet den jugendlichen Umgang mit solchen Konflikten nach und bewahrt der Dramatik Ernsthaftigkeit.
Sächsische Zeitung
Steffen Pietschs Inszenierung besitzt Kraft, Tempo und realistische Genauigkeit und spitzt den Text mit bühnenwirksamer Überdeutlichkeit satirisch zu!
Freitag
Provinz? Avantgarde! Nicht die Kopie der Kopie, vielmehr das Senftenberger Original... Eine harte, eine aggressive Inszenierung, die Grundstimmung der heute Achtzehnjährigen (Wendejahrgang!) ausdrückend. Die Senftenberger Rockband Black Tequila schwebt gleichsam im Bühnenhimmel und hämmert von dort aus jeden Anflug von Selbstmitleid beiseite. Erinnerung an Werther: Erinnerung an einen Toten. Einen, der nicht mehr da ist. So wie einer Region ihre Jugend abhanden kam... Im Zuschauerraum sitzen sehr junge und sehr alte Zuschauer. Am Ende jubeln sie alle über diese Inszenierung, über sich selbst, über das Senftenberger Theaterwunder. Was hier bewegt, das ist kein Generationskampf, das ist eine Sorge, die sie jenseits der Sonntagsreden verbindet. (Gunnar Decker, Neues Deutschland, 09.02.07)
Jürgen Eick gelingt das jetzt auch wunderbar mit seiner Goethe/Plenzdorf-Aktualisierung... Regisseur Steffen Pietschs Inszenierung besitzt Kraft, Tempo und realistische Genauigkeit... So kann Feuerherz – Die neuesten Leiden des jungen W. zwar keine gültigen Antworten verkünden, aber doch als junges Zeit-Theater für alle Generationen die neue Zeit befragen. (Hartmut Krug, Freitag 06 – Die Ost-West Tageszeitung, 11.02.07)
SHAKESPEARES SÄMTLICHE WERKE
Wer sich bei diesen gesammelten Werken, mit diesen Mimen, in dieser herrlich geschmacklosen, kargen Ausstattung, bei dieser – alle Klischees meisterhaft und phantasievoll jonglierenden – Regie nicht totlacht, der ist es bereits!
Volksstimme Halberstadt
DIE NÄCHTE DER SCHWESTERN BRONTË
Trotz der düsteren Kulisse kommt nie Schwermut auf, geht es lebhaft bis stürmisch zu!
Dresdner Morgenpost
Die Regie überzeugt vor allem dadurch, dass Sichtbares und Gesagtes die Phantasie des Zuschauers mit einbezieht, profane Bebilderung vermeidet und ein vielschichtiges Geflecht entstehen lässt!
Sächsische Zeitung
DOSSIER: RONALD AKKERMANN
Steffen Pietsch überzeugte hier mit einer äußerst feinfühligen Regiearbeit!
Die Welt
Die rund 50minütige Aufführung im Carrousel Theater war geprägt von heiterer Ernsthaftigkeit. Ein - und hier stimmt das Wort wirklich einmal - in jeder Beziehung berührender Theaterabend!
Radio Brandenburg-Frühkritik von Hartmut Krug
SCHULE MIT CLOWNS
Den Kindern gefällt das Drunter und Drüber auf der Bühne. Sie wissen was F.K.Waechter offenbar auch wusste: Chaos macht Spaß, ganz ohne Grund!
Frankfurter Allgemeine Zeitung